DatenGraf
DatenGraf kartiert, wie Daten in einer Organisation tatsächlich fließen. Das Werkzeug läuft im Browser, ohne Konto, ohne Server, ohne dass Daten das Gerät verlassen. Es macht Wissen sichtbar, das sonst auf viele Köpfe verteilt bleibt.
Wofür es gedacht ist
In den meisten Organisationen kennt jede Person ihren Ausschnitt. Eine Sachbearbeiterin weiß, dass sie Meldungen aus einem Fachverfahren exportiert und in eine Tabelle einpflegt. Das Gesamtbild hat niemand. Das fällt auf, wenn ein Auskunftsersuchen eintrifft, wenn ein System abgelöst werden soll oder wenn eine Schlüsselperson das Haus verlässt.
DatenGraf modelliert Datenflüsse als gerichteten Graphen. Knoten sind Akteure, Kanten sind Flüsse mit Richtung, Häufigkeit, Format und Schutzbedarf. Eine Tabelle mit vierzig Zeilen zeigt vierzig Einzelbeziehungen. Derselbe Bestand als Netz zeigt, dass alles über zwei Knoten läuft.
Wie es benutzt wird
Sie erfassen Datenflüsse über einen geführten Dialog, per CSV-Import oder über eine Vorlage, die mehrere Abteilungen parallel befüllen. Danach sehen Sie eine interaktive Netzwerkkarte und ein Briefing: zentrale Knoten, abgeschnittene Bereiche, personenbezogene Flüsse ohne benannte Zuständigkeit. Ein Vollständigkeits-Score sagt Ihnen, wie belastbar die eigene Dokumentation ist. Ergebnisse verlassen das Werkzeug als CSV, Bild, PDF oder Link.
In Workshops entsteht die Erkenntnis oft schon beim Erfassen, nicht erst bei der Auswertung. Die Beteiligten sehen zum ersten Mal, wie ihr Ausschnitt mit dem der anderen zusammenhängt.
Was es nicht tut
DatenGraf scannt keine Systeme und liest keine Logs. Alles wird von Hand erfasst. Das ist Aufwand, und es ist zugleich der Punkt, an dem verstreutes Wissen zusammenkommt.
Die Auswertung ist nur so gut wie die Eingabe. Bei zehn Knoten sagt sie wenig, dort sehen Sie die Struktur ohnehin mit bloßem Auge. Das Werkzeug ist kein Datenkatalog, es hängt an keinem laufenden System, und es ersetzt keine juristische Bewertung. Es unterstützt die Dokumentation nach Artikel 30 DSGVO, es entscheidet nichts.
Wo die Karte fertig ist, beginnt die eigentliche Frage: Was folgt daraus? Das ist Beratung, nicht Software.
Woher es kommt
Aus der Workshoparbeit. Wer mit einer Gruppe an Datenbeständen arbeitet, braucht ein Werkzeug, das am selben Vormittag einsatzbereit ist: nichts kostet, keine Freigabe durch die IT verlangt, datenschutzrechtlich unbedenklich ist und niemanden vor eine Oberfläche setzt, die erst erklärt werden muss. Was ich dafür fand, erfüllte immer nur die Hälfte davon. Also habe ich es gebaut.
Offen gelegt ist es, weil der Tag nicht das Ende sein soll. Ein Haus, das die Karte einmal gezeichnet hat, will sie später fortschreiben, meist mit eigenen Feldern und eigenen Begriffen. Das Werkzeug ist frei nutzbar, ohne Registrierung. Der Quelltext liegt offen auf GitHub, unter MIT-Lizenz.