Das KI-Toolkit ist eine Kartenmethode, mit der Gruppen ohne technische Vorkenntnisse KI-Anwendungen entwerfen. In anderthalb bis drei Stunden entsteht ein Konzept, das Problem, Datenlogik, Bedienung und ethische Fragen zusammendenkt. Ich habe es gebaut und stelle es frei zur Verfügung.
Wofür es gedacht ist
KI-Entwicklung findet meist in geschlossenen Fachzirkeln statt. Für alle anderen bleibt die Technik eine Blackbox: schwer zu verstehen und noch schwerer mitzugestalten. Wer nicht versteht, wie ein System zu seinen Ergebnissen kommt, kann weder mitreden noch widersprechen.
Das Toolkit zerlegt die Blackbox in Bausteine, über die sich sprechen lässt: Woher kommen die Daten? Was soll das System erkennen? Wie kommuniziert es mit Menschen? Was gibt es aus? Damit wird KI diskutierbar, ohne dass jemand programmieren können muss.
Ethische Fragen stehen nicht am Ende. Es gibt eine eigene Kartengruppe dafür, und sie kommt vor dem Pitch, nicht danach.
Wie es benutzt wird
Der Workshop läuft in sieben Phasen. Nach einer kurzen Einführung definiert die Gruppe das Problem und die Nutzenden, lernt das Kartendeck kennen und kombiniert Karten zu einer Kernidee. Diese Idee wird als Storyboard skizziert: Wie funktioniert sie im Alltag? Danach prüft die Gruppe Risiken, Akzeptanz und ethische Fragen. Zum Schluss wird gepitcht.
Die Karten decken acht Kategorien ab: Persona, Szenario, Mission, Datenquellen, Interaktion, KI-Lernziel, Reflexion und Ausgabe. Dazu kommt ein Spielbrett im A1-Format, auf dem die Karten ihren Platz finden.
Am Ende steht ein Konzept-Prototyp: eine visualisierte Idee, die beschreibt, welches Problem gelöst wird, woraus das System lernt, wie Menschen damit umgehen und was daran heikel ist.
Was es nicht tut
Es entsteht kein Produkt und kein Prototyp im technischen Sinn. Was aus dem Workshop kommt, ist ein Konzept auf Papier. Ob es sich bauen lässt, ist eine andere Frage und ein anderer Termin.
Das Toolkit ersetzt keine Fachprüfung. Eine Gruppe kann eine Datenquelle einplanen, die rechtlich nicht zur Verfügung steht, oder ein Lernziel formulieren, das technisch nicht erreichbar ist. Das fällt hier nicht auf.
Und es taugt nicht, wenn bereits feststeht, was gebaut werden soll. Dann bestätigt der Workshop eine Entscheidung, statt eine vorzubereiten. Der Nutzen liegt dann im Verständnis, nicht in der Idee. Das sollte vorher geklärt sein.
Woher es kommt
Material und Anleitung stehen unter CC BY 4.0. Sie dürfen alles frei nutzen, anpassen und weitergeben, auch kommerziell, solange Sie die Urheberschaft nennen. Zum Herunterladen gibt es die Karteninhalte, das Spielbrett, zwei Varianten der Kartenrückseiten und die vollständige Anleitung mit Zeitplan, jeweils als druckfertiges PDF.
Sie können damit ohne mich arbeiten. Wenn Sie einen moderierten Workshop möchten, biete ich das ab acht Personen an, in Präsenz oder remote.